Werden eBooks dank EU günstiger? Einheitliches e(U)-book Format im Anmarsch?

Vor kurzem war die hohe Mehrwertsteuer auf eBooks noch einer der  Hauptschuldigen in unserer Analyse zur derzeitigen, leicht gehemmten Entwicklung des eBook Marktes. Als hätte die EU auf wichtige Expertenmeldungen durch CME.at gewartet, wagt EU Kommissarion Neelie Kroes nun auf der Frankfurter Buchmesse einen Vorstoß und kritisiert unter anderem, dass in einigen Mitgliedstaaten eBooks immer noch höher besteuert werden als gedruckte Ausgaben. Dies sei gerade zu Zeiten der Finanzkrise kontraproduktiv und würde sich gegen neue wachsende Märkte stellen.

Einen weiteren Denkanstoß gibt Frau Kroes zum Thema eBook Formate. So sei es wünschenswert, Interoperabilität herzustellen – also es den Kunden zu ermöglichen, Inhalte bei beliebigen Händlern kaufen zu können um diese anschließend auf einem beliebigen Gerät wieder zu geben. Auf die Frage von Zdnet, ob sie damit auf ein bestimmtes Unternehmen anspiele gibt sich ihr Sprecher Jonathan Todd kryptisch: Neelie Kores “schätzt ganz allgemein keine ummauerten Gärten”. In welche Richtung dies abzielt, scheint aber schwer von der Hand zu weisen, denn gerade Amazon und Apple haben in den vergangenen Monaten und Jahren immer mehr darauf hingearbeitet, ihr System als abgeschlossenes Ökosystem zu positionieren und mit proprietären Formaten Kunden bei der Stange zu halten.

Das Interview lässt ganz allgemein hoffen, dass sich die EU unter anderem auch mit der modernen Form des elektronischen Lesens beschäftigt und einen Teil dazu beiträgt, Zukunftstechnologien im Sinne des Endverbrauchers zu fördern. Wer die EU kennt weiß jedoch: die europäischen Mühlen mahlen langsam.

geschrieben am Montag, 17. Oktober 2011 von Oliver

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Quelle: zdnet

5 Kommentare »

  • H. Fauland schreibt:

    Ja, hoffentlich macht die EU wieder ihren eigenen Standard, schließlich ist es en vogue so etwas zu haben.
    Es ist ja nicht so, dass es mit ePub ein wunderbares, offenes, gut dokumentiertes, weit verbreitetes und unterstütztes Format gäbe.

  • Tanja schreibt:

    Hoffentlich, denn das wäre für mich ein Grund, mir einen e-Reader oder einen Blackberry zuzulegen. Auch möchte ich mich zwischen dem Kauf eines eBook Downloads oder einem eBook in greifbarer Form (zum Beispiel einer CD) von Wechselmedien kaufen können. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und warte.

  • Chris schreibt:

    Es wäre ja schon viel gewonnen, in Europa agierende Konzerne zu verpflichten, ihre eBooks in verschiedenen Formaen anzubieten. Oder einfach ePup als Standart vorausgesetzt wird. Aber das wird, wie richtig bemerkt, ohnehin dauern…

  • Oliver schreibt:

    @fauland:

    das mit dem euBook war eher als scherz gemeint. denke nicht, dass die eu ein eigenes format entwickelt – epub wäre am naheliiegendsten

  • Andrea schreibt:

    Vielleicht tut die EU ja dann auch was dagegen, daß Amazon für EBooks keine Rechnungen verschickt, so daß ich diese nicht steuerlich absetzen kann. Nicht mal per Mail wird eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer verschickt.

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