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Amazon Kindle Fire könnte die Hälfte des Tablet Marktes erobern; Android-Markt Assimilation!

Das Amazon Tablet ist noch nicht einmal einen ganzen Monat am Markt und trotzdem bewerten fast alle Analysten das Kindle Fire bereits als großen Erfolg. Aktuelle Schätzungen zu den Verkaufszahlen für das laufende Quartal sprechen von bis zu 5-6 Millionen Stück, welche Amazon verkaufen soll. Aber auch konservativere Schätzungen gehen in die Millionen. ISuppli rechnet mit einem Absatz von 3,9 Millionen Amazon Tablets.

Evercore Partners Analyst Robert Cihra sagt in einer Mitteilung an die Investoren, dass er glaube, Amazon werde im Jahr 2012 50 Prozent des Android-Tablet Marktes beherrschen. Damit würde Amazon den bisherigen Zweiten am Tablet Markt – Samsung – vom Platz verdrängen. Samsung hält aktuell rund 7,8 Prozent am globalen Tablet Markt, dieser Anteil wird laut iSuppli aber auf 4,8 Prozent schrumpfen, während Amazon 13,8 Prozent des weltweiten Marktes erobern kann.

Apple wird davon nicht ganz unberührt bleiben. Der Anteil am Tablet-Markt soll von 69,7 Prozent auf 65,6 Prozent sinken. Der Vorsprung zu den Android-Tablets bleibt damit aber dennoch sehr groß, sodass sich Apple aktuell keine allzu großen Sorgen machen wird.

Ein weiterer Aspekt welcher durch die Android-Tablet-Marktherrschaft durch Amazon in den Blick tritt, ist der Amazon App-Store for Android. Dabei handelt es sich um einen alternativen Android Market, welcher nicht von Google, sondern eben von Amazon selbst betrieben wird und direkt im Kindle Fire integriert ist. Wenn die Prognosen zutreffen, dann springt vielleicht auch bald ein anderer Tablet-Hersteller auf den Amazon Zug auf und integriert den Amazon App-Store ins eigene Tablet. Es wäre nämlich nicht verwunderlich, wenn sich viele Tablet-App-Entwickler in Zukunft stärker auf die Amazon-Plattform konzentrieren, denn der potentielle Verdienst wäre bei der Amazon Marktherrschaft einfach größer. Sollte es wirklich so weit kommen, dann hätte Google ein Problem.

Bei einem weiteren Blick in die Zukunft (und wenn man einigen Gerüchten glauben darf), hat Amazon in wenigen Jahren sogar ein eigenes Smartphone am Markt. Dabei könnte der eBook-Riese die gleiche Strategie verfolgen wie mit dem Kindle Fire und das Handy günstig verkaufen, aber stark ins eigene Ökosystem integrieren. Wenn man das Ganze noch weiter spinnt, dann landet man auch bei den eBook Readern, welche vielleicht ebenfalls irgendwann mit Android ausgestattet sein könnten.

Dass Amazon nicht auf den kurzfristigen Gewinn aus ist, konnte man in den letzten Jahren und besonders mit den jüngsten Kindle Produkten gut sehen, mit dieser neuen Ausrichtung könnte der Internethändler aber sogar Google die Kontrolle über das eigene mobile Betriebssystem streitig machen. Alles was es dazu benötigt ist eine marktbeherrschende Position – und Amazon ist auf dem besten Weg diese zu erreichen.

Für uns Europäer ist die Situation im Moment aber noch relativ uninteressant, da Amazon den eigenen App-Store hier noch nicht freigegeben hat und es auch keinen Termin für den Marktstart des Kindle Fire gibt. Bis dahin bleibt hierzulande wohl Samsung die Nummer 2 am Tablet-Markt und Apple kann mit dem iPad 3 weiterhin ungestört expandieren.

Aber selbst wenn die App-Store Strategie nicht aufgeht, dann könnte Amazon durch den billigen Preis den Tablet-Markt für viele andere Hersteller kaputt machen. Amazon verkauft das Kindle Fire zum Herstellungspreis und unterbietet damit viele Mitbewerber. Es ist anzunehmen, dass auch das 10 Zoll-Tablet, welches sich mit großer Wahrscheinlichkeit in der Entwicklung befindet, mit einer solchen Strategie auf den Markt gebracht wird. Wenn es so weit ist, dann werden Samsung, Asus & Co Schwierigkeiten haben ihre 500-600 Euro Geräte zu verkaufen. Amazon kann es sich aufgrund des großen Ökosystems (eBooks, TV, Filme, Apps, Einkauf) leisten, diese Preise auch langfristig zu unterbieten, während die anderen Hersteller hiermit ein Problem haben dürften. Wenig interessieren dürfte diese Marktsituation Apple. Der Computer-Hersteller verkauft seine Produkte nicht aufgrund des günstigen Preises, sondern wegen der guten Verarbeitung, des umfangreichen und hochqualitativen Appstores und des Image.

In spätestens zwei Jahren dürfte sich der Markt selbst bereinigt haben und wir werden sehen, ob die Prognosen zugetroffen haben.

geschrieben am Dienstag, 6. Dezember 2011 von Chalid

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