Was ist ein eBook Reader?
Die Entwicklung am Markt der eBook Reader ist der des Tablet-Marktes nicht unähnlich. Bereits seit langer Zeit gibt es elektronische Lesegeräte, doch erst als der Buchriese Amazon mit dem ersten Kindle ein eigenes Lesegerät mit “elektronischer Tinte” auf den Markt gebracht hat, folgt ein regelrechtes Wettrennen um die Gunst der Kunden und Kundinnen. Wie Verkaufszahlen von eReadern und eBooks belegen, ist der Siegeszug beschritten: elektronische Lesegeräte werden als Buchersatz immer beliebter.
Neben etablierten Elektronikriesen bieten auch viele kleinere Startup-Unternehmen eigene eBook Reader an. Neben den reinen eReadern drängen aber auch Tablet-PCs in den eBook Markt. Durch diese Umstände fällt es schwer den Überblick im eBook-Reader-Dschungel zu behalten und daher beleuchten wir die Pros und Contras von eBook Readern und Tablets um die Wahl des Systems zu erleichtern.
Vorteile:
Augenfreundliches Display: eBook Reader verfügen (meist) über speziell entwickelte Displays, deren Schriftbild möglichst dem eines gedruckten Buches entsprechen soll. Diese Bildschirme werden häufig als eInk-Displays bezeichnet. eReader Produzenten beziehen ihre Displays dabei hauptsächlich von zwei Herstellern: E Ink Corporation und sipix. Da elektronische Tinte noch relativ jung ist, kann man grob von der aktuell dritten Displaygeneration sprechen, welche beispielsweise im Amazon Kindle oder Sony PRS-650 verwendet wird. Damit erreicht man im Moment wohl die besten Ergebnisse bezüglich Kontrast, Schwarzwert, Reaktionszeit, Graustufen und kann damit in letzter Konsequenz mit dem buchähnlichsten Lesevergnügen rechnen. Gegenüber einem Tablet-PC mit LCD haben eReader mit eInk-Display den Vorteil, dass sie wie eine normale Papierseite das natürliche Umgebungslicht reflektieren und daher auch bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt ablesbar sind. Außerdem verbraucht ein eInk-Display nur beim erstmaligen Aufbau der Seite Strom, wodurch lange Akkulaufzeiten ermöglicht werden.
Einfachheit: eBook Reader verfügen zwar oft über etliche Zusatzfeatures, im Grunde genommen sind es aber auf einen Zweck abgestimmte Geräte und müssen daher nur wenige Kompromisse eingehen – wie dies bei Tablets oder anderen Multifunktionsgeräten der Fall ist. Die Oberfläche ist meist einfach zu bedienen und kann sich ganz dem Thema „lesen“ widmen, ohne weitere Aspekte miteinbeziehen zu müssen.
Akkulaufzeit: Auf Grund der stromsparenden Hardware (insbesondere auf Grund des Displays) bieten eReader meist eine beeindruckende Akkulaufzeit. So können oft mit einer einzigen Akkuladung mehrere Romane gelesen werden – eine Leistung, welche Geräte wie Tablets oder Notebooks nicht annährend erreichen können.
Mobilität: eBook Reader verfügen meist über ein geringes Gewicht (welches sich besonders bei langen Lesesessions positiv bemerkbar macht) und eine schlanke Bauweise. Dank handlicher Abmessungen im 5- und 6-Zoll Bereich passen sie leicht in Handtaschen, Jacken, Sakkos und ähnliches. So kann man sie immer dabei haben, ohne dass sie stören würden.
Preis: Mittlerweile werden auch schon einige eReader angeboten, welche die 300-400€ Preismarke durchbrechen. eBook Reader in dieser Preisklasse gehören aber zur Ausnahme. Die Mehrheit der eReader ist in der 100-200€ Preiskategorie zu finden und damit deutlich günstiger als Tablet-PCs.
Unsicherheit:
Updates: Während Tablets auf Grund ihres meist flexiblen Betriebssystems sehr gut an zukünftige Veränderungen angepasst und um zahlreiche Plug-Ins und Programme erweitert werden können, um z.B. auch neue Dateiformate anzuzeigen, ist man bei eReadern in den meisten Fällen auf die Willkür des Herstellers angewiesen und muss hoffen, dass dieser den Reader auch in einigen Jahren noch mit regelmäßigen Updates versorgt. Eigenständig kann hier meist nur wenig modifiziert werden.
Nachteile:
Wenig vielseitiges Display: Im Lesealltag kann ein eInk Display durch perfekte Ablesbarkeit glänzen, in bestimmten Anwendungsbereichen sind dieser Technologie aber klare Grenzen auferlegt. Im Gegensatz zu einem LCD ist der Bildaufbau langsam, wodurch z.B. das Scrollen und Zoomen von PDF-Dateien deutlich aufwändiger und zäher vonstatten geht als auf einem Tablet. Auch eine Touchscreenbedienung ist durch diesen Umstand häufig langsamer als bei einem Tablet. Des Weiteren ist man zwingend auf Umgebungslicht angewiesen, da nur sehr wenige eBook Reader mit einem integrierten Leselicht ausgestattet sind.
Ausstattung: Während Tablets, was ihre Hardwareausstattung angeht, meist als “Eierlegende Wollmilchsau” auf den Markt kommen, ist diese bei eReadern rein auf deren Funktionalität ausgelegt – Bluetooth oder GPS wird man vergeblich suchen und auch Audioausgänge, WLan oder UMTS-Datenmodule findet man nicht bei allen Geräten.
Features und Programme: eReader können kaum mit Zusatzfunktionen, welche nicht den Bereich der Anzeige von Dokumenten und Grafiken betreffen, aufwarten. Ein Audioplayer stellt meist schon das höchste der Gefühle dar, auch wenn mittlerweile erste kleine Spiele und Anwendungen den Weg auf die elekronischen Lesegeräte finden. Auf Grund der technischen Limitierung sind solche Features zur Zeit jedoch auch nicht wirklich sinnvoll und so muss man sich dessen bewusst sein, dass bei einem eReader kaum sinnvolle, zusätzliche Programme aufgespielt werden können.
Fazit
Ein eBook Reader ist als reiner Buchersatz im Bereich der Romanliteratur zuhause und macht bei Viellesern am meisten Sinn. Insbesondere das Papier-ähnliche Display gestaltet längere Lesesessions deutlich angenehmer als die hintergrundbeleuchteten LCDs der Tablets und ermöglicht problemloses Lesen auch unter direkter Sonneneinstrahlung. Die lange Akkulaufzeit, das handliche Format und das geringe Gewicht sind dem eReader als immer-dabei-Buchersatz noch zusätzlich anzurechnen.
Soll es hingegen ein Alleskönner sein, der nicht nur mit Büchern und vor allem kurzfristig unterhalten soll, dann sind Tablets eine gute Wahl. Besonders die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten durch die Installation tausender verfügbarer Apps, sowie die umfangreiche Ausstattung und der Bedienkomfort lassen das Tablet mehr als mobiler Unterhaltungs-PC denn als elektronisches Buch erscheinen.










