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Was ist ein Tablet?

Tablet-PCs sind (meist) tastaturlose Computer, welche mittels eines Touchscreens bedient werden. Der wohl prominenteste Vertreter der Tablets ist das iPad von Apple. Und doch existieren Tablet-PCs nicht erst seit dem iPad, allerdings wurden diese mit dem Launch des Apple-Produkts neu geboren. Laptop- und Handyhersteller stürzen sich seitdem auf den wiedergeborenen bzw. -entdeckten Markt. Der Ansturm der Produzenten treibt durch großflächige Werbeoffensiven den Hype um Tablets an. Dabei werden nicht nur die umfangreichen multimedialen Fähigkeiten der Tablets beworben, sondern auch deren Funktionalität als eBook Reader, wodurch sie auch auf den boomenden Markt der eReader drängen.

Apple iPad mit 9,7 Zoll Display und Samsung Galaxy Tab mit 7 Zoll Display

Dutzende Bücherläden, Verlage und Elektronikhersteller bieten immer neue Produkte an und der Konsument, bzw. die Konsumentin gerät hierbei in eine Informationslawine – nicht nur muss man sich zwischen den vielen Herstellern entscheiden, auch unzählige Ausstattungsmerkmale und Technologien sind zu beurteilen.

CME.AT beleuchtet daher die Pros und Contras von eReadern und Tablets, um die Wahl vor dem Kauf zu erleichtern.

 

Vorteile:

Technische Ausstattung: Tablets bieten den Vorteil der meist wesentlich umfangreicheren und vielseitigeren Ausstattung. So sind WLan, Bluetooth, USB- und Audioanschlüsse, Kartensteckplätze, und zumindest optional häufig sogar 3G Datenmodule (für ständigen Internetzugriff) bei den meisten Tablets verbaut. Auch Hardware wie CPU und RAM sind in der Regel deutlich leistungsfähiger als bei eReadern.

Features: Tablets sind kleine Computer. Wenn auch mit Abstrichen bieten diese eine Vielzahl an Möglichkeiten. So kann hier gelesen, gesurft, gespielt oder sogar gearbeitet werden – ein Funktionsumfang,den klassische eReader nicht bieten können. Das Angebot hierbei wächst täglich, die Anzahl an Apps ist für den Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr erfassbar. Anwendungen existieren für jeden Bereich – sogar als Navigationsgerät oder Fernbedienung können Tablets verwendet werden. Die Kosten der Programme sind hierbei jedoch je nach Anbieter und Funktion unterschiedlich und reichen von kostenlos (einfache Tools oder durch Werbung gestützte Programme) bis hin zu fast 100 € für umfangreiche Software wie z.B. Navigationssysteme.

Erweitere Einsatzmöglichkeiten, z.B. Augmented Reality am Galaxy Tab

Erweitere Einsatzmöglichkeiten, z.B. Augmented Reality am Galaxy Tab

Anwenderfreundliches Display: Displays von Tablet-PCs sind leistungsfähiger als von eReadern und die Anwendungsbereiche deutliche größer. Für gewöhnlich kommen LCDs zum Einsatz, welche im Gegensatz zu den eInk Displays der eReader Farben darstellen und durch die zugrundeliegende Technik bewegte Bilder anzeigen können. In der Regel werden aktuelle Tablets außerdem mit kapazitiven Touchscreens ausgeliefert, welche in Verbindung mit dem leistungsfähigen Display für eine bessere Touch-Bedienung sorgen. Viele eReader verzichten noch gänzlich auf diese Form der Eingabe.

Zukunftstauglichkeit: Die meisten angekündigten Tablet-PCs werden mit dem Betriebssystem Android ausgeliefert, welches auch auf vielen Handys zum Einsatz kommt und in den letzten Monaten einen Siegeszug in Europa und den USA angetreten hat. Daneben gilt das iPad als aktuell erhältliches Gerät als das Vorzeigemodell, wie ein TabletPC aussehen und funktionieren soll. Sowohl das iPad als auch Android-Tablets haben dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber eReadern: Die Betriebssysteme werden vom jeweiligen Hersteller (bis auf wenige Ausnahmen) über viele Monate aktuell gehalten und aktualisiert. Daneben gibt es dank der Marktplätze bzw. Appstores für die Geräte eine umfangreiche Möglichkeit der Erweiterung. So können neue Funktionen und Anwendungen ohne großen Aufwand schnell und einfach installiert werden.

Kompatible Dateiformate: Auch am Tabletmarkt kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und die Unterstützung der Dateiformate ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Dennoch bieten Tablets den großen Vorteil der Erweiterbarkeit. Damit ist beinahe schon sichergestellt, dass alle gängigen Formate gelesen werden können. Den größten Unterschied zu reinen eReadern gibt es hierbei bei der Darstellung von PDF-Dateien. Durch die häufig bessere Touchscreenbedienung lassen sich selbst komplexe PDF-Dateien einfach vergrößern, die Ansicht verschieben und letztendlich besser lesen.

 

Nachteile:

Lesefeindliches Display: Die Vorteile des Displays im Anwendungsalltag sind gleichzeitig auch Nachteile im reinen Lesebetrieb. LCDs werden häufig als Grund für die Ermüdung der Augen genannt. Wie stark und schnell die Ermüdung auftritt, ist aber von Person zu Person unterschiedlich. Personenunabhängig gibt es aber zwei gravierende Nachteile im Lesebetrieb: Zum einen sind LCDs hintergrundbeleuchtet und bei direkter Sonneneinstrahlung Displayinhalte kaum noch zu erkennen. Zum zweiten sind Tablets für die Touchscreenbedienung fast ausnahmslos mit einer zusätzlichen Plastik- oder Glasschicht ausgestattet, wodurch die Displays bei externen Lichtquellen häufig stark spiegeln. Bei größeren Tablets (9 bis 10 Zoll) ist die Auflösung im Moment auch noch verhältnismäßig niedrig (im Vergleich zu eReadern), sodass die Inhalte etwas unschärfer dargestellt werden.

LCD in Nahaufnahme: Das Bild wird aus roten, grünen und blauen Zellen zusammengesetzt

Akkulaufzeit: Tablets verfügen aufgrund des großen, hintergrundbeleuchteten Displays und der schnelleren Hardware über eine wesentlich kürzere Akkulaufzeit als eReader. So halten Tablets bei durchgehender Benützung oft nicht einmal 10 Stunden ohne Ladevorgang durch. Kommen Wireless Lan, Bluetooth oder ähnliche stromfressende Features hinzu, reduziert sich die Dauer abermals drastisch. eReader hingegen bieten mit einer einzigen Ladung oft mehrtägiges durchgehendes Lesevergnügen.

Preis: Ein nicht zu vernachlässigender Faktor sind natürlich die Kosten. Ein eBook Reader schlägt in der Einsteigerklasse mit rund 100€ zu Buche, die gute Mittelklasse verlangt nach 200-250 €. Ordentliche Tablets sind nicht unter 400 € zu bekommen, greift man hier zu besserer Ausstattung ist die 600 € Marke schnell erreicht und mit manchen Geräten wie z.B. dem iPad lässt sich auch problemlos ein Endpreis von bis zu 800 € erzielen.

Mobilität: Abgesehen von eReadern mit großen 9,7 Zoll Displays, wie dem Kindle DX (und anderen), sind Tablets in der Regel größer und fast ausnahmslos schwerer als ein eReader. Die Gewichtsunterschiede sind im Lesebetrieb der größte Nachteil. Wiegt ein eReader im Schnitt nur 150-250g, so bringen es die meisten Tablets auf mehr als 600g – etwaige Ladegeräte und Zubehör noch nicht eingerechnet. Somit ist ein entspanntes Lesen auf der Couch, mit dem Tablet in einer Hand auf Dauer fast ausgeschlossen.

 

Fazit

Ein Tablet zeichnet sich häufig durch den großen Funktionsumfang aus. Man kann damit Filme schauen, Musik hören, im Internet surfen, Spiele spielen oder eben auch Bücher lesen. Dabei ist aber zu beachten, dass oft Komprimisse für einzelne dieser Anwendungsbereiche eingegangen werden müssen. Als reiner Buchersatz ist ein Tablet meist zu groß und zu schwer und das Display für den Dauerleseeinsatz für viele ungeeignet. Als klarer Vorteil im Lesebetrieb der Tablets sind aber die Möglichkeiten der PDF-Darstellung zu nennen. So kann man bei aktuellen Geräten meist ohne Probleme auch komplexe Dokumente lesen, wo eBook Reader häufig an die Grenzen des eInk Displays und der langsameren Hardware stoßen.

Damit kann man tendentiell folgende Einteilung treffen: eBook Reader eignen sich für den reinen Lesebetrieb, besonders von Romanen, während Tablet-PCs eher für die Darstellung komplexer PDF-Dateien geeigneter sind, sowie viele weitere Anwendungsbereiche haben.