Haffmans & Tolkemitt liefert ab Februar mit jedem Papierbuch auch das dazugehörige eBook
Wie der Spiegel in Ausgabe Nr. 50 berichtet, wird der Verlag Haffmans & Tolkemitt zukünftig ein von uns mehrfach vorgeschlagenes Vertriebskonzept für eBooks in die Tat umsetzen. Auch wenn wir es gerne anders hätten, aber wir vermuten, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen unseren Vorschlägen und der Umsetzung des Verlags besteht.
Jedenfalls geht es darum, dass Haffmans & Tolkemitt ab Februar 2012 mit fast jedem Papierbuch auch das passende eBook mitverkaufen wird. Beim Kauf eines Buches wird ein Code mitgeliefert, mit welchem man das eBook dann herunterladen kann.
“Für Verleger Till Tolkemitt, 41, ist die Strategie ein Versuch, ‘der Branche neue Wege’ zu öffnen”, heißt es im Spiegel. Weiters heißt es, dass es den Verlagen bisher darum gegangen sei, die Preise auch für eBooks mit Hilfe der gesetzlichen Buchpreisbindung hochzuhalten. Das werde auf Dauer aber “nicht funktionieren, weil die Leser dann vermehrt nach illegalen Downloads suchen”. Stattdessen will man das gedruckte Buch mit der eBook-Beigabe attraktiver machen. Aber auch die eBook-Preise sollen fallen. Wenn man nur die elektronische Version des Buches erwirbt, soll man nur noch etwa 75 Prozent des Papierbuch-Preises bezahlen.
“Wir müssen in dieser Branche einfach anfangen, vom Kunden, das heißt vom Leser aus zu denken. Die Musikindustrie ist zumindest auch daran zugrunde gegangen, dass sie es versäumt hat, ihren Käufern ein tolles Angebot zu machen. Diesen Fehler sollten wir nicht wiederholen”, heißt es weiter.
Mit diesem Schritt vereint man jedenfalls das Beste aus beiden Welten. Wenn man nur das eBook braucht, dann kann man auf die günstigere Version des Titels zurückgreifen. Will man aber auch die heimischen Buchregale füllen, liest aufgrund des höheren Komforts aber lieber auf einem digitalen Lesegerät, so kann man dann einfach die Plus-Version des Buches erwerben.
Ein Problem bleibt aber: Werden die Verkaufszahlen eines Buches unter dem Doppelangebot leiden? Immerhin kann ein/e Käufer/in das Buch nun behalten und das eBook weiterverschenken (oder umgekehrt). So entgeht dem Verlag eventuell ein/e potentielle/r Kunde/in. Hier wird sich nun erstmals beweisen müssen, ob dieses Vertriebskonzept Zukunft hat. Wenn es denn Erfolg hat, dann werden mit Sicherheit auch andere Verlage bald auf diesen Zug aufspringen – immerhin ist die zusätzliche Bereitstellung des eBooks mit keinem wahnsinnig großen Aufwand verbunden, sofern die Vertriebskanäle dazu bereits bestehen.








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